Corona: Perspektiven für den Reitsport in der Krise

Corona: Perspektiven für den Reitsport in der Krise

Wann und wie können Reitunterricht und Turniere in Corona-Zeiten wieder stattfinden? FN und Verbände entwickeln konkrete Pläne.

Kein Training bis zum 4. Mai, keine Turniere bis zum 31. August? Die Corona-Regeln in Deutschland bremsen auch den Pferdesport nahezu komplett aus. Immerhin: Viele Reiter können sich trotz Kontaktverbots und geschlossener Sportanlagen auch weiterhin um ihre Tiere kümmern, meist jedoch stark eingeschränkt. Spitzensportler dürfen unter strengen Auflagen trainieren. Aber wofür eigentlich? Die meisten Turniere sind bereits abgesagt – nicht nur große Traditionsveranstaltungen wie der CHIO in Aachen, sondern auch zahllose ländliche. Dabei sollte es bei einem Individualsport wie Reiten doch möglich sein, Abstandsregeln einzuhalten.

Das sieht jedenfalls Martin Frenk, Geschäftsführer des Pferdesportverbands Südbaden, so. Er hat ein Konzept entwickelt, wie Turniere auch in Zeiten von strengen Corona-Regeln stattfinden könnten. Er geht dabei davon aus, dass Reitturniere im Sommer im Freien und auf großen Flächen ausgerichtet werden, wo Abstände gut einzuhalten wären. Auch die Zuschauerzahl sei bei den meisten Events überschaubar, eine Großveranstaltung wie beim Fussball sei nicht zu erwarten. Die Gastronomie könnte in die Reithalle verlegt werden, wo Tische mit großen Abstand aufgestellt werden könnten. Auch ein Imbiss „to go“ sei denkbar.

FN will Turniere vor dem 31. August

Damit das eigentliche Sportgeschehen reibungslos- und vor allem kontaktlos ablaufen kann, schlägt Frenk Plexiglasscheiben an der Meldestelle und eine Begrenzung der Reiterzahl auf dem Vorbereitungsplatz vor. Regeln, die in die Ausschreibung aufgenommen werden und somit bindend für alle sein könnten. Sein Konzept will der Verband nun der zuständigen Landesregierung in Baden-Württemberg vorlegen.

Nachdem das Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August beschlossen wurde, hat auch die FN sich damit beschäftigt, was das für den Turniersport bedeuten könnte. Der Verband geht aktuell davon aus, dass jedes Bundesland für sich festlegen wird, ab wann eine Veranstaltung als Großveranstaltung definiert wird. Zu erwarten sei eine Orientierung an der Zahl anwesender Personen. „Unabhängig davon setzen wir uns dafür ein, dass an einem nicht allzu fernen Tag X vor dem 31. August wieder Turniere und Prüfungen stattfinden dürfen“, sagt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.

Bundeschampionate sollen stattfinden
Die FN hält an den Bundeschampionaten im September weiterhin fest. Wie die Qualifikation dafür aussehen könnte, ist nicht klar. Archivfoto: FN

Wann dieser Tag X sein wird, ist bisher nicht abzusehen. Fest steht für die FN jedoch, dass es dann einen immensen Nachholbedarf an Turnieren geben wird. „Wir sind jedem Verein dankbar, der unseren Aktiven sobald wie möglich die Plattform bietet, wieder in den Sport einzusteigen“, betont Lauterbach. „Auch wir geben unser Bestes, Veranstaltern und Pferdesportlern den Weg zurück in die Normalität zu erleichtern. Dazu formulieren wir gerade einen Leitfaden, den wir auch dazu nutzen werden, um der Politik Möglichkeiten aufzuzeigen, wie der Wiedereinstieg funktionieren kann.“ Der Verband betonte noch nach der Absage des CHIO am Mittwoch, weiter an den Bundeschampionaten im September festhalten zu wollen.

FN: Reitbetrieb muss schnellstmöglich weitergehen

Die FN hat zudem Handlungsempfehlungen erarbeitet, damit der Betrieb in Reitschulen und Vereinen möglichst zeitnah wieder starten kann. „Aus Sicht der FN muss der Reitunterricht so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden, um die Existenz der Vereine und Betriebe zu sichern – selbstverständlich unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen“, heißt es in dem Papier. Der Verband argumentiert ebenfalls damit, dass die Zahl der Reiter auf dem Platz gut zu begrenzen seien und Abstände zum Reitlehrer und Parcourshelfer beim Springen jederzeit eingehalten werden könnten.

Text: Lena Reichmann, Titelbild: Matthias Zomer/Pexels

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