Coronavirus: So erleben Reiter Quarantäne und Lockdown

Coronavirus: So erleben Reiter Quarantäne und Lockdown

Das Coronavirus stellt auch die Reiterwelt auf den Kopf. Doch Pferdeleute halten zusammen. Über Stall-Alltag in der Krise.

Das Coronavirus hebt gerade die Welt aus den Angeln. Stündlich, manchmal minütlich prasseln die Schlagzeilen auf jeden Einzelnen ein. Das öffentliche Leben ruht und die Einschränkungen erschweren den Alltag mehr und mehr. Aber auch in diesen Zeiten haben Reiter eine große Verantwortung. Müssen trotz allem für das Wohl ihrer Pferde sorgen. Der Spagat zwischen der Einhaltung der Ausnahmeregelungen und der Aufrechterhaltung des Stallbetriebs erfordert Einsatz, Teamgeist und Kreativität. Pferde-Reich hat sich umgesehen, wie das bei den Profis gelingt.

In Team-Quarantäne am Stall

Seit Mittwoch gilt in Belgien eine strenge Ausgangssperre. Damit die Pferde auch in diesen Zeiten weiter versorgt werden können, ist das Team von Stephex Stables, zu dem auch Daniel Deusser gehört, gemeinsam mit den Pferden in Quarantäne gegangen.

Ein Fohlen namens Corona

Neues Leben mitten in der Krise: Die Fohlensaison 2020 ist gestartet und überall auf der Welt erblicken kleine Pferdekinder das Licht der Welt. Da ist zu hoffen, dass schon bald Bilder von niedlichen Fohlis die Feeds erobern und auch all denen Freude bereiten, die zurzeit zuhause bleiben müssen.

Der Dominator-Z-Nachwuchs, der auf dem Gut Buchenhof bei Daniel Dassler zur Welt kam, wird sein Leben lang an die düsteren Zeiten erinnern, in denen er geboren wurde: Con Corona 2020 D heißt das kleine Rappschimmelfohlen.

Verhaltenstipps von Colestus

In Zeiten, in denen alle Turniere abgesagt sind, schwelgen viele in Erinnerungen und teilen die schönsten alten Turnierfotos. So auch der Stall Beerbaum. Nachdem die für den 21. März geplante Hengstschau gecancelt wurde, ebenso wie alle Late-Entrys und Trainings in den kommenden Wochen, ist es in Riesenbeck ruhig geworden. Zeit, sich an die vorerst letzte große Show zu erinnern, die Auftaktetappe der Global Champions Tour 2020 in Doha, Katar. Bereiter Christian Kukuk war dort mit dem hübschen Schimmel Colestus am Start. Und er zeigte, worauf es im Moment ankommt: Wenn möglich, nichts berühren! So charmant lassen sich Hygieneregeln verpacken 😉

Einfach mal die Seele baumeln lassen

Auch ohne Turnier- und Trainingsbetrieb müssen die Pferde weiter bewegt werden. Und wenn alle auf der heimischen Anlage bleiben müssen, ist Einfallsreichtum gefragt, damit es nicht langweilig wird. Die unfreiwillige Auszeit lässt sich aber immerhin bestens zur Entspannung von Pferd und Reiter nutzen. Vor allem, wenn der Frühling die ersten Sonnenstrahlen schickt.

Zeit, sich einzurichten

Wenn man schon den ganzen Tag zu Hause bleiben muss, dann kann man die Zeit wunderbar nutzen, um all das zu erledigen, zu dem sonst die Zeit fehlt. Während die Reiter von Turnier zu Turnier reisen, bleibt im heimischen Stall schon mal das ein oder andere liegen. Einige entdecken deshalb in diesen Tagen ganz neue handwerkliche Talente, so wie Constant van Paeschen bei der Renovierung seines Parcours. Andere hingegen erledigen den Frühjahrsputz besonders gründlich, so wie Martin Fuchs’ Pfleger Sean Vard.

Fitness für den Reiter

Auch Reiter können in den eigenen vier Wänden trainieren und sich fit halten. Seitdem vielerorts die Fitnessstudios geschlossen sind und der Trainingsbetrieb in den Sportvereinen Zwangspause hat, müssen Sportler sich Alternativen suchen. Viele Anbieter sind deshalb auf Online-Livekurse umgestiegen. Die gibt es auch für Pferdesportler in Quarantäne. Und die Trainerin ist keine geringere als Jessica von Bredow-Werndl, Bronzemedaillengewinnerin bei den Europameisterschaften im Dressurreiten 2019. Zusammen mit Dressurfit hat sie eine Live-Yoga-Session veranstaltet.

Zuchtschau vor leeren Rängen

Deutschlands erstes Turnier vor leeren Rängen, der Signal Iduna Cup in der Dortmunder Westfalenhalle, musste kurz vor Ende abgebrochen werden. Deutschlands erste Hengstschau ohne Zuschauer hingegen war ein Erfolg für die Hengststation Rüscher-Konermann und das nordrhein-westfälische Landgestüt. Sie präsentierten ihre Topvererber dem interessierten Züchterpublikum per Livestream im Netz.

Die FN im Einsatz für das Wohl der Pferde

Darf ich noch zum Stall? Was passiert bei einer Ausgangssperre? Kann der Tierarzt auf den Hof kommen? Viele Fragen und auch Ängste bewegen die Reiterwelt im Moment. Nahezu unermüdlich versucht die Reiterliche Vereinigung (FN) auf allen Kanälen Reiter und Pferdebesitzer darüber zu informieren, was angesichts der einschneidenden Präventionsmaßnahmen noch erlaubt ist und wie der Stall-Alltag umorganisiert werden kann. Geduldig werden Fragen wieder und wieder beantwortet – nach bestem Wissen und Gewissen, denn die Lage ändert sich mitunter innerhalb von Stunden. Auch auf politischer Ebene setzt der Verband alle Hebel in Bewegung, damit die Pferde nicht unter den Verboten und Erlassen leiden, steht für die Interessen der Tiere ein. Auf ihrer Webseite stellt die FN alle Informationen zusammen und aktualisiert diese fortlaufen.

Text: Lena Reichmann, Titelbild: cocoparissiene von Pixabay

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