Druse in Bottrop noch immer nicht besiegt – weiterer Fall in Schermbeck

Druse in Bottrop noch immer nicht besiegt - weiterer Fall in Schermbeck

An einem Stall in Bottrop soll die ansteckende Infektionskrankheit ausgebrochen sein. Das sagt das Veterinäramt der Stadt dazu.

An einem Reitstall in Bottrop Grafenwald geht seit Mai Druse um. Die Stallbetreiberin informierte ihre Einsteller in einem Schreiben, das Pferde-Reich vorliegt, darüber, dass eine ansteckende Infektionskrankheit ausgebrochen sei. Die ersten Pferde sollen Mitte Mai erkrankt sein und Symptome wie Fieber, Husten und Abgeschlagenheit zeigen.

Druse wird durch Bakterien ausgelöst und befällt die oberen Luftwege der Pferde. Tiere können sich durch direkten Kontakt mit erkrankten Artgenossen anstecken. Die Bakterien können außerdem über Gegenstände oder durch den Menschen übertragen werden, weswegen sich die Krankheit gerade in größeren Betrieben schnell ausbreiten kann. Die Inkubationszeit beträgt drei bis 14 Tage, erste Symptome können also mitunter lange nach der eigentlichen Infektion auftauchen. Früh erkannt, kann sie mit Antibiotika behandelt werden, immer wieder endet sie jedoch tödlich. Quarantänemaßnahmen sind daher dringend angeraten. Die Krankheit ist in Deutschland nicht mehr meldepflichtig.

Weitere Pferde sind infiziert, auch in der Nachbarschaft

Pferde-Reich wurde berichtet, dass die ersten Pferde in Bottrop an einem Wochenende Anfang Mai erkrankten. Zu diesem Zeitpunkt sollen Tiere aus dem Stall noch auf Turnieren gestartet oder bei Ausritten, u. a. in der Hohen Mark, gewesen sein. Es besteht daher der Verdacht, dass Pferde aus dem Bottroper Stall Kontakt zu Pferden aus anderen Ställen hatten. Weil es einige Tage dauern kann, bis Symptome auftauchen, könnten sie also andere Tiere unbemerkt angesteckt haben.

+++Update 15. Mai: Aus Einstellerkreisen wird inzwischen ein bestätigter Fall gemeldet, vier weitere Pferde sollen Symptome zeigen, ein Tier soll in einem kritischen Zustand sein.

+++Update 16. Mai:  Angaben von Einstellern des betroffenen Stalls zufolge sind die erkrankten Pferde auf dem Weg der Besserung. Zwei Tiere sollen die Erkrankung bereits durchgestanden haben. Der Zustand ist bei keinem der Pferde kritisch. Das erste Pferd, das erkrankt ist, war zuvor angeblich an einem Reitverein in Dinslaken gewesen.

+++Update 2. Juli: Wie inzwischen bekannt wurde, haben die Stallbetreiber die Krankheit noch immer nicht im Griff. Weitere Pferde haben sich mit dem Virus infiziert. Außerdem gab es offenbar einige Wechsel: Pferde verließen den Hof, neue kamen dazu. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sich die Krankheit weiter verbreitet. Auch Pferde aus dem Schulbetrieb sollen betroffen sein. Aus dem Umfeld des Stalls wird zudem Kritik an mangelnden Hygienemaßnahmen laut. ​

+++Update 10. Juli: Über Facebook meldete ein Stall aus Schermbeck, dass auch dort Druse ausgebrochen sei. Mit dem Post wolle man auch Pferdebesitzer aus umliegenden Ställen warnen. Die Betreiber haben alle Veranstaltungen auf dem Hof bis auf weiteres abgesagt.

Bottroper Veterinäramt schließt rechtliche Schritte nicht aus

Inzwischen haben sich einige besorgte Pferdebesitzer an das Bottroper Veterinäramt gewandt und Bedenken über mangelnde Hygiene geäußert. Die Stadt sagt dazu auf Nachfrage von Pferde-Reich: „Der Stall ist dem Veterinäramt bekannt. Die Inhaberin zeigt sich bisher wenig kooperativ.“ Noch habe kein Mitarbeiter des Veterinäramts die Zustände überprüft, auch weil Druse nicht meldepflichtig sei. Dennoch heißt es weiter: „Sollten dem Veterinäramt im Weiteren belastbare Meldungen über Versäumnisse im Management des Stalles in Grafenwald erreichen, die zu vermeidbaren Leiden bei einzelnen Pferden führen, würde das Veterinäramt tierschutzrechtlich präventive und vielleicht auch repressive Maßnahmen einleiten.“

Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.

Anmerkung der Redaktion: Wir sehen uns leider gezwungen, die Kommentarfunktion unter diesem Artikel auszuschalten.  Die Diskussion um das Thema ist emotional sehr aufgeheizt. Das verstehen wird, möchten aber gegenseitige Schuldzuweisungen verhindern. Wir hoffen auf Euer Verständnis.

7 Gedanken zu „Druse in Bottrop noch immer nicht besiegt – weiterer Fall in Schermbeck

  • 2. Juli 2019 um 15:49
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    In der Reitschule Grafenwald ist seit Mitte Mai die Druse im Umlauf. Mir ist bekannt, dass Druse keiner Meldepflicht unterliegt.Jedoch werden weder Hygienemaßnahmen umgesetzt noch vorhandene Möglichkeiten der Quarantäne genutzt.

    Die Stallhelfer gehen ungeschützt von Box zu Box und das bei 3 Stalltrakten.

    Es werden neue Pferde eingestallt und auch verlassen Pferde den Hof, ohne umliegende Höfe zu informieren. Erkrankte Pferde müssen im Schulbetrieb mitlaufen, obwohl deutlich erkennbar war, dass dieses Tier fiebrig und abgeschlagen wirkte. Welches kurz darauf völlig entkräftet in der Box lag .

    Die Stallbetreiberin ist Gesprächsresistent und gibt leider auch keinerlei hilfreiche Informationen an die Einstaller weiter.

    Nun stehen wieder Pferde mit hohem Fieber, dicken Beinen, davon ein bestätigter Fall von Druse, ohne Beachtung der Ansteckungsgefahr auf dem Hof.
    Bei einer Kapazität von 3 Stalltrakten sollte es möglich sein, einen dieser Gebäude für einen Quarantäne-Stall zu nutzen, um Tiere in der unmittelbaren Umgebung zu schützen und auch den eigen Einstallbestand/Schulpferdebestand die Möglichkeit der bisher erfolgosen Genesung zu gewährleisten.

    Das halte ich für grob fahrlässig und tierwohlgefährdend.

    • 9. Juli 2019 um 21:41
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      Es wundert mich nicht das Frau R. mit dem Druseausbruch derart fahrlässig umgeht. Eine der Gassen als Quarantäne Stall einzurichten macht Arbeit und das will Frau R. nicht. Zumal die Stallhelfer dafür mehr Stunden machen müssten, die bezahlt werden müssten und das will sie noch weniger. Anzüge, Desinfektionsmittel usw. würden auch noch mal Geld kosten, in ihren Augen eine Investition, die sich nocht lohnt. Andere Menschen und Tiere sind ihr vollkommen egal. Deswegen lässt sie es auch zu das neue Pferde kommen, Pferde gehen und auch ausgeritten wird. Sie hat den Ausbruch ja schon am Hof, ob andere Höfe gefährdet werden ist ihr vollkommen egal. Solange für sie keine Arbeit oder Kosten anfallen interessiert sie es nicht was mit anderen ist. Und wenn eines der Schulpferde derart erkrankt, dass es sich nicht mehr rechnet es behandeln zu lassen, tja dann kommt eben der Schlachter und der letzte Gang führt das Pferd zur Mistplatte. Meiner persönlichen Meinung nach müsste es Frau R. untersagt werden einen Betrieb in dem Tierhaltung stattfindet zu führen. Ihr fehlt jede Empathie für andere Lebewesen und ganz ohne geht es weder als Tierhalter noch als Dienstleister.

  • 9. Juli 2019 um 14:49
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    Das stimmt doch alles überhaupt nicht. Ja, es ist ein neuer Druse-Fall vor bereits über einer Woche ausgebrochen. Jedoch wurde das betroffene Pferd direkt in eine Qurantänebox verlegt. Es hängen überall Warnschilder. Das Pferd hat keinerlei Kontakt zu anderen Tieren.

    In jedem Stall befindet sich eine große Dose mit Desinfektionsmitteln. Am Waschbecken steht Seife und Desinfektionsmittel für jeden zugänglich.

    Zudem scheint die Therapie des Tierarztes offensichtlich anzuschlagen, da bereits jetzt kein Fieber mehr besteht.

    Kein weiteres Pferd hat irgendwelche Anzeichen von Druse. Und ja, es ist ein neues Pferd eingestallt worden, jedoch wurde die Besitzerin bzgl. der Druse aufgeklärt und es war ihre Entscheidung, das Pferd dennoch in die Herde zu geben.

    Kein weiteres Pferd ist dazu gekommen. Genauso hat kein Einstaller seit dem Ausbruch der neuen Druse den Stall verlassen!!!

    • 9. Juli 2019 um 22:12
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      Oh, doch schon?
      Hat ja dann lange genug gedauert. Bis vor 2 Wochen gabs das alles nicht. Hoffentlich kommt die ganze Sache dann langsam mal unter Kontrolle.

      • 10. Juli 2019 um 15:15
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        Keine Ahnung, wieso Fr. R. jetzt privat angegangen wird aber es gibt dort defintiv keine schlechte Pferdehaltung!!! Wie bereits zuvor erwähnt ist aktuell noch ein Fall bekannt. Jedoch ist das Tier bereits seit Tagen fieberfrei.

        Komischerweise wird auch nur über Fr. R. Oder den Stall schlecht gesprochen. Ist ja jetzt nicht so, als wenn es Druse noch nie woanders gegeben hätte…

        Sollte mein ein Problem haben, sollte es ein klärendes Gespräch mit der betroffenen Person geben und nicht feige im Internet. Das kann nämlich jeder. 🙂

  • 10. Juli 2019 um 22:18
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    Hallo T. Was Du alles weißt. Die Desinfektionsmittel wurden von den Einstallern gestellt. So ist zumindest die freiwillige Hygiene gewährleistet Tiere gehen ein und aus. Das ist grob fahrlässig zu bewerten. Wie lang war noch gleich die Inkubationszeit? Auch Quarantäneboxen richten sich in höchster Not die Einstaller selber ein.

  • 11. Juli 2019 um 10:43
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    Es ist eine Phase was jetzt wieder passiert…Frau R. Schickt mal wieder Einstsller vor um Ihre Angelegenheiten zu klären…
    Natürlich wird sie hier direkt angegangen, sie ist der Pensionsbetreiber und hat dafür Sorge zu tragen, dass dieser Krankheits Verlauf in Ordnung kommt.

    Stattdessen wir Politik gegen andere Ställe gemacht.

    Kinders macht doch einfach mal die Augen auf…eigentlich bekommt man die Krankheit binnen weniger Wochen in den Griff.

    Immer wieder müssen und mussten Einstaller für Sie Angelegenheiten klären, da Sie zu sowas gar nicht un der Lage ist.

    War z.B. ist die ach so tolle Facebookseite offline?

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