Futterumstellung beim alten Pferd – ein Erfahrungsbericht (5)

Futterumstellung beim alten Pferd - ein Erfahrungsbericht (5)

Wer sein Pferd kennt, merkt schnell, wie es ihm geht. Daran glaube ich. Denn ich hatte im Frühjahr nicht nur das Gefühl, dass Mr nicht so richtig fit ist, ich beobachtete auch kurz nach der Futterumstellung erste Veränderungen. Ob es dem Großen aber wirklich besser geht oder ich mir das nur sehr wünsche, sollte ein Bluttest zeigen. Und was soll ich sagen: Über das Ergebnis staunte sogar der Tierarzt.

Auszug der Ergebnisse von August 2018.

Rückblick: Im August 2018 waren alle Blutwerte von Mr völlig unauffällig, lediglich die Harnstoffkonzentration bewegte sich am oberen Rand des Normbereichs. Anlass zur Sorge um die Funktionstüchtigkeit der Nieren bestand laut Tierarzt jedoch nicht.

Auszug der Ergebnisse von Januar 2019.

Ein anderes Bild ergab sich Ende Januar dieses Jahres: Ein zu niedriger Cholesterinwert, dafür deutlich erhöhte Konzentrationen von Glucose und Harnstoff. Diagnose: eine beginnende Nierenerkrankung. Mit pflanzlichen Präparaten begannen wir als Sofortmaßnahme eine Behandlung, dann folgte nach weiteren Tests die komplette Futterumstellung.

Rückblick: Probleme fingen im Winter an

Anfang September stand dann die erste Nachkontrolle mit der spannenden Frage an: Bringt der ganze Aufwand, das tägliche Futtermischen etwas? Und ja, tatsächlich haben sich die kritischen Werte von Mr deutlich verbessert. Die Harnstoffkonzentration liegt nun mit 6,4 mmol/l im Normbereich (sogar knapp unter dem Wert von vor einem Jahr). Seinen Nieren geht es also definitiv besser.

Auszug der Ergebnisse vom 6. September 2019.

Ein weiterer wichtiger Hinweis: Der Selenwert von Mr liegt im oberen Normbereich. Selen ist einer der wenigen Mineralstoffe, die in zu hoher Konzentration im Blut gefährlich werden können (ich berichtete). Mr nimmt durch die Mineralfutter- und Kieselgurgaben nun deutlich mehr Selen auf als zuvor. Es war daher wichtig, den Wert im Auge zu behalten.

Weitere Tests müssen folgen

Und wie sieht es mit der Mineralstoffversorgung aus? Kommt das Zusatzfutter wirklich da an, wo es gebraucht wird? Laut Blutbild: Ja. Da die Werte bei den vorigen Tests allerdings auch nie auffällig waren, wird erst eine Spektralanalyse endgültige Antworten geben. Die steht aber erst zum Abschluss des Futterumstellungs-„Experiments“ an.

Mr in der täglichen Arbeit. Foto: Lena Reichmann

Mit den Ergebnissen habe ich Mr’s Futterplan dennoch noch einmal angepasst. Er bekommt nun etwas weniger Kieselgur – sicher ist sicher. Außerdem habe ich die positive Bestätigung vom Tierarzt, auf dem richtigen Weg zu sein: „Das ist ein wirklich schönes Ergebnis für den alten Burschen.“

Bald steht bei Mr die nächste Herzuntersuchung an. Die zeigt, ob sich seine Symptome durch die Kieselgurgaben verbessern. Darum geht es in der nächsten Folge.

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