FEI verhängt Rekordstrafe gegen Distanzreiter

FEI verhängt Rekordstrafe gegen Distanzreiter

Castlebar Contraband brach sich bei einem Distanzritt ein Bein. Sein Reiter wurde nun unter anderem wegen Dopings angeklagt.

20 Jahre Sperre: Die FEI hat am 3. Juni 2020 eine Rekordstrafe gegen den Distanzreiter Sh Abdul Azis Bin Faisal Qasimi verhängt. Der Reiter, der für die Vereinigten Arabischen Emirate startet, soll sein Pferd Castlebar Contraband bei einem Wettbewerb in Fontainebleau (Frankreich) im Oktober 2016 mit einer verbotenen Substanz gedopt haben. Das Tier starb in Folge dessen.

Castlebar Contraband erlitt während des Distanzritts einen offenen Bruch am rechten Vorderbein und musste eingeschläfert werden. In Blutproben, die nach seinem Tod entnommen wurden, wurde das Muskelrelaxanz Xylazine gefunden, das im Sport verboten ist. Im Distanzreitsport wird die Substanz als Dopingmittel verwendet, um die Herzfrequenz der Pferde künstlich zu senken.

FEI-Cheftierarzt Dr. Göran Akerström geht davon aus, dass durch das Mittel Nerven von Castlebar Contraband blockiert wurden. Dadurch, so rekonstruiert der Veterinär den Vorfall, fehlten dem Pferd wichtige Schutzreflexe. Als es einen Ermüdungsbruch erlitt, zeigte es keine Lahmheit und die Verletzung verschlimmerte sich dramatisch. Untersuchungen nach dem Tod des Tieres ergaben, dass es wohl über einen längeren Zeitraum, also bereits im Training, mit dem Wirkstoff desensibilisiert worden war.

FEI „froh über harte Strafe“

Der Reiter Sh Abdul Azis Bin Faisal Qasimi musste dafür vor das FEI Tribunal. Er verteidigte sich und gab an, das Medikament sei erst beim Einschläfern zum Einsatz gekommen. Doch die Offiziellen folgten der Einschätzung der Tierärzte und sperrten ihn für 20 Jahre – 18 Jahre für die Misshandlung seines Pferdes und zwei Jahre wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Bestimmungen. Außerdem muss er eine Geldstrafe von 17.500 Schweizer Franken (rund 16.000 Euro) sowie die Prozesskosten in Höhe von 15.000 Franken (13.800 Euro) zahlen.

Wir sind sehr froh über diese harte Strafe. Das ist ein tolles Ergebnis für das Pferdewohl und im Kampf gegen Doping im Pferdesport“, sagt FEI-Chefjurist Mikael Rentsch. Sh Abdul Azis Bin Faisal Qasimi kann nun 21 Tage lang Revision gegen die Entscheidung einlegen. Ansonsten darf er bis Juni 2040 an keinem internalen Wettkampf mehr teilnehmen.

Text: FEI Press, eigene Übersetzung, Titelfoto (Symbolbild): paolopizzi/Pixabay

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