Gebührenänderung bei Turnieren: Reiter zahlen mehr, Veranstalter weniger

Gebührenänderung bei Turnieren: Reiter zahlen mehr, Veranstalter weniger

Die FN will Turnierveranstalter finanziell entlasten und ändert die Gebührenordnung. Nennungen werden dafür teuer.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat am Montag bekanntgegeben, dass sich die Gebühren im Turniersport ab dem kommenden Jahr ändern. „Wir werden immer häufiger damit konfrontiert, dass unsere Veranstalter angesichts steigender Kosten und der Konkurrenz aus dem Ausland mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Um sie nicht zu verlieren, haben wir beschlossen, die Gebühren für alle deutschen Turnierveranstalter, national wie international, zu reduzieren“, erklärt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach. Um diese Entlastung gegenzufinanzieren müssen Reiter künftig tiefer in die Tasche greifen.

Gesenkt werden die bisherige FN-Grundgebühr (der sogenannte Organisationsbeitrag und die internationale Grundgebühr bei internationalen Turnieren). Der Leistungssport-Förderbeitrag (auch bekannt als Olympia-Groschen) wird ab dem 1. Januar 2020 komplett abgeschafft. Dies, so rechnet die FN vor, bedeutet eine Reduzierung der Gebühren, die Veranstalter an den Verband zahlen müssen, um insgesamt 55 Prozent aus. Weiterhin mitverdienen wird die FN an Nachnennungen. Hier bleibt das aktuelle System bestehen: Veranstalter und Verband teilen sich die Nachnenngebühren mit je 50 Prozent. Unverändert bleibt auch die Abrechnung der Landeskommission, die wie gehabt separat erfolgt.

Ende Februar kommt eine neue Gebühr dazu

Diese Entlastung ist ein deutliches Signal: Die Kosten des Turniersports sollen noch mehr auf alle Schultern verteilt werden“, sagt Lauterbach. Bedeutet auch: Reiter müssen mehr bezahlen und Züchter auf Prämien verzichten. Die rund 1,4 Millionen Euro, die der FN durch die Gebührensenkung fehlen werden, sollen nämlich auf beide Gruppen aufgeteilt werden. Die Registrierungsgebühr für international startende Reiter und Pferde ist bereits von 15 auf 22,50 Euro pro Jahr erhöht worden. Zudem wird ein Turniersport-Förderbeitrag in Höhe von 0,52 Euro (inkl. MwSt.) pro Startplatzreservierung für alle Turniere ab dem 28. Februar eingeführt – sprich: Jeder genannte Startplatz kostet 52 Cent mehr. Gleichzeitig senkt die FN die Züchterprämie um 36 Prozent.

Pferdezüchter profitieren davon, wenn die Turniere, an denen die von ihnen gezüchteten Pferde teilnehmen und sich der Öffentlichkeit präsentieren, erhalten bleiben“, verteidigt Lauterbach diesen Einschnitt und wirbt auch in der Reiterschaft um Verständnis: „Die Turnierveranstalter müssen in ihrer existenzbedrohenden Lage unterstützt werden. Jeder, der am Turniersport teilnimmt, soll auch seinen Anteil zur Finanzierung des Systems beitragen.“

Text: Lena Reichmann, Titelbild: FN

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