Karneval: FN spricht sich für Einsatz von Pferden aus

Karneval: FN spricht sich für Einsatz von Pferden aus

Karnevalszüge mit Pferden standen in diesem Jahr unter strenger Beobachtung. Warum die FN gegen ein Verbot ist.

Die rund 300 Pferde, die am Rosenmontag in Köln im Einsatz waren und diese Veranstaltung durch ihre pure Anwesenheit bereichert haben, waren an diesem Tag wahrscheinlich die bestbetreuten Tiere in ganz Deutschland“, sagt Thomas Ungruhe, Leiter der zuständigen FN-Abteilung Vereine, Umwelt, Breitensport und Betriebe. Er war als Beauftragter der Reiterlichen Vereinigung an den tollen Tagen in der rheinischen Karnevalshochburg und hat sich den Einsatz der Pferde beim traditionellen Rosenmontagsumzug genau angesehen. Und er ist überzeugt, dass die Tierschutzmaßnahmen der nordrhein-westfälischen Landesregierung sich als sinnvoll erwiesen haben.

Das Landesumweltministerium hatte Ende Januar 2020 einen „Entwurf für Leitlinien zum Umgang mit Pferden beim Einsatz im Karneval“ vorgestellt. Neben verschiedenen Qualifizierungsnachweisen für Pferde, Reiter, Fahrer und Begleitpersonen schreibt das Papier auch eine Gewichtsgrenze für Reiter sowie ein striktes Alkoholverbot vor. In der Karnevalssession 2020 wurden die Vorschläge, die ein Arbeitskreis entwickelt hatte, getestet.

Fahrer nimmt Gespann aus dem Zug

Ich begrüße die Initiative des Ministeriums sehr“, lobt Ungruhe nach seinem Einsatz im Straßenkarneval. Zusammen mit einer Kollegin hat er den Umzug komplett begleitet und „alle Pferde einmal gesehen“. Er hebt das verantwortungsbewusste Verhalten der Beteiligten hervor: „Was ich mitbekommen habe war, dass ein Fahrer sein Gespann frühzeitig aus dem Zug herausgenommen hat, als er merkte, dass eines der Pferde sehr nervös war. Bei den internen Kontrollen des Festkomitees wurde ein Pferd von der Teilnahme ausgeschlossen, weil es nicht fit erschien. Das zeigt mir, dass Pferde und Menschen sehr gut beobachtet wurden und im Sinne der Unfallverhütung frühzeitig eingegriffen wurde.“

Negative Resonanz auf die verstärkten Kontrollen gab es laut Ungruhe nicht. „Diejenigen, mit denen ich im Gespräch war, stehen voll dahinter.“ Weil sie in den vergangenen Jahren immer häufiger Anfeindungen ausgesetzt gewesen seien – sowohl bei den Umzügen als auch in den sozialen Medien –, hätten sie einen schweren Stand. Dennoch zeigten sie sich offen und gesprächsbereit.

FN: Pferde sind Publikumsmagneten

Die FN spricht sich in diesem Zusammenhang noch einmal für den Einsatz von Pferden bei Brauchtumsveranstaltungen aus. „Hier wird das Pferd als gesellschaftliche Bereicherung empfunden. Jahrhundertealte Traditionen der Zusammenarbeit von Mensch und Pferd werden so regelmäßig wiederbelebt und gewürdigt. Die schön herausgebrachten Pferde und Gespanne sind Publikumsmagneten und begeistern regelmäßig zahlreiche Besucher, unabhängig von Alter oder Herkunft“, heißt es in einem Positionspapier des Verbands. Das ist eine gute Werbung für den Pferdesport, sagt die Reiterliche Vereinigung. „Die Reiter und Fahrer, die ehrenamtlich Energie in die Organisation solcher Veranstaltungen einbringen, strahlen mit ihren Pferden Dynamik und Freude aus.“

Die Landesregierung will nun den Leitlinien-Entwurf auf Basis der Erfahrungen aus dieser Session bewerten und gegebenenfalls überarbeiten. Die FN hat signalisiert, den Verantwortlichen dabei zur Seite zu stehen.

Text: Lena Reichmann/fn-press

Titelbild: Peta

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