Ludger Beerbaum verkauft seine Anlage in Riesenbeck

Ludger Beerbaum verkauft seine Anlage in Riesenbeck

Der Springreiter will mit der „Global Equestrian Group“ zum Weltmarktführer werden und gibt dafür viel auf.

Ludger Beerbaum ist einer der erfolgreichsten Springreiter aller Zeiten, gefragter Ausbilder, Züchter und Hengsthalter. Von den Ludger Beerbaum Stables im nordrhein-westfälischen Riesenbeck aus verkauft er Springpferde in die ganze Welt. Sein Pferdesportzentrum ist regelmäßig Schauplatz nationaler und internationaler Turniere, Ende 2020 fanden dort die deutschen Meisterschaften der Springreiter statt. All das reicht Beerbaum aber noch nicht, er strebt nach Größerem. Eine strategische Partnerschaft soll dieses Bemühen nun beflügeln. Dafür zahlt der Gründer des westfälischen Springsport-Mekkas allerdings einen hohen Preis.

Global Equestrian Group“. Der Name des neuen Konglomerats klingt so ambitioniert wie das Konzept, das dahintersteht. Unter ihrem Dach versammeln sich einige der einflussreichen Player der Szene: Das in Dänemark, Deutschland und den USA tätige Reitsportunternehmen Helgstrand Dressage, die Investmentgruppe Waterland Private Equity und die Ludger Beerbaum Stables, dazu weitere Firmen wie die Bekleidungsmarke Kingsland Equestrian. Das Ziel der Partner ist kein geringeres als die Weltmarktführerschaft im Pferdesport zu übernehmen.

Das Ziel: Mehr als 60 Millionen Euro Jahresumsatz

Die Voraussetzungen, um das zu erreichen, scheinen gegeben: Insgesamt wird die „Global Equestrian Group“ nach eigenen Angaben mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigen, in vier Ländern vertreten und weltweit präsent sein. Der Konzern will sich so ein möglichst großes Stück vom Kuchen eines mehr als 30 Milliarden Euro umfassenden Marktes sichern. Der Umsatz soll mindestens 60 Millionen Euro betragen.

Wir möchten das Potenzial der Kombination von Dressur- und Springsport freisetzen. Für mich ist die Zusammenarbeit eine Chance, meine Pläne mit starker Unterstützung voranzutreiben”, sagt Ludger Beerbaum. Er muss sich dafür allerdings von seinem Imperium trennen – die Gruppe übernimmt die Ludger Beerbaum Stables. Der siebenfache Olympiateilnehmer bleibt jedoch Geschäftsführer des von ihm aufgebauten Betriebs. Er schaut voller Zuversicht in die Zukunft: „Damit wird mein Lebenswerk geordnet und sicher weitergeführt. Das Heft behalte ich weiterhin in der Hand.“

Die Ludger Beerbaum Stables bauen an

Bevor Riesenbeck im September 2021 Schauplatz der Europameisterschaften der Springreiter wird, sind umfangreiche Bauarbeiten geplant: Dem Pferdesportzentrum steht im Frühjahr eine Erweiterung und Sanierung bevor. 300 feste Ställe und neue Sandplätze werden gebaut. Ein starker Investor kommt zu diesem Zeitpunkt sicherlich gelegen. Beerbaum zufolge will die Gruppe außerdem die Aktivitäten in der Jungpferdeausbildung, der Zucht und im Pferdehandel unterstützen. „Wir werden neue Märkte und interessante Akquisitionsmöglichkeiten im Einklang mit unserer Strategie, der Beschleunigung des Wachstums, vorantreiben”, kündigt Kaspar Kristiansen, Geschäftsführer von Waterland Nordic, an.

Waterland Private Equity ist bereits Mehrheitseigner von Helgstrand Dressage und wird auch Hauptgesellschafter der neuen Gruppe. Ludger Beerbaum übernimmt dafür die Verantwortung für den Bereich Springsport, Helgstrand-Gründer Andreas Helgstrand wird den Bereich Dressur leiten. Weitere Geschäftsfelder sollen folgen. Synergie ist das Schlagwort des Zusammenschlusses: Alle Beteiligten wollen ihre Netzwerke vereinen und so voneinander profitieren – vor allem, wenn es darum geht, den Kundenkreis zu erweitern und den Umsatz zu steigern.

Mehr Pferde, mehr Training, mehr Kunden

Zu welchem Kaufpreis sie Beerbaums breit aufgestelltes Geschäft übernommen haben, ist nicht bekannt. Ein kleiner Fisch ist das Investmentunternehmen aber keinesfalls: Seit seiner Gründung im Jahr 1999 hat Waterland in über 600 Unternehmen investiert. In zahlreichen Branchenrankings belegt die Firma vordere Plätze. Insgesamt verwaltet sie Investorengelder in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro.

Trotz des mächtigen neuen Eigentümers soll der alltägliche Betrieb in Riesenbeck in gewohnter Form weitergehen. „In der Hengststation werden wir weiterhin auf unsere international erfolgreichen Sportpartner als Vererber setzen“, sagt Ludger Beerbaum. Auch Turniere und Events sollen weiter zum Konzept gehören. Mittelfristig erhofft der Springreiter sich, dass mehr Pferde im Training und in der Aufzucht sein werden und die Zahl der Beschäftigten steigt. „Der Wirtschaftsfaktor Pferd wird in der Region eine Aufwertung erfahren“, ist er sicher.

Text: Lena Reichmann; Titelbild: Ludger Beerbaum Stables

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