Pferde in Seenot: Ausritt vor Cuxhaven endet mit Rettungsaktion

Pferde in Seenot: Ausritt vor Cuxhaven endet mit Rettungsaktion

Dramatischer Feuerwehreinsatz: Retter befreien zwei Pferde aus dem Watt vor Neuwerk. Die Reiter waren auf einer beliebten Route unterwegs.

Ein romantischer Reitausflug in den Wellen endete für ein Ehepaar vor Sahlenburg im Landkreis Cuxhaven dramatisch. Wie Buten un Binnen berichtet, waren die beiden 46 und 31 Jahre alten Reiter am Donnerstag noch im Hellen an der Insel Neuwerk losgeritten. Plötzlich sei eines der Pferde im Watt gestürzt, das andere habe sich daneben gelegt. Den Eheleuten gelang es nicht, die Tiere in der auflaufenden Flut aus den Prielen zu befreien.

Zeugen des Unglücks hörten laut dem Regionalmagazin die Hilferufe der verzweifelten Reiter und riefen daraufhin die Polizei. Die Feuerwehr eilte dann unter anderem mit zwei Rettungshubschraubern und drei Booten los, um die Tiere zu retten. Erst um ein Uhr in der Nacht konnte der Hubschrauber die Hilflosen finden, die Reiter standen da bereits bis zur Brust im Wasser. Retter konnten sie befreien und auf einem Boot an Land bringen, die Pferde zogen sie an einem Seil hinterher. Wie durch ein Wunder wurde dabei niemand verletzt.

Vor den Gefahren auf der Strecke wird gewarnt

Die Strecke, auf der die Reiter unterwegs waren, ist eine bekannte Ausreitroute. Von Sahlenburg aus kann die Insel Neuwerk bei Ebbe durch das Watt bzw. durch niedriges Wasser erreicht werden. Laut der örtlichen Touristeninformation dauert der Ritt etwa vier Stunden, ein gut trainiertes Pferd ist also wichtig. Außerdem sollte spätestens 2,5 bis drei Stunden vor Niedrigwasser aufgebrochen werden – damit die Flut das Vergnügen nicht zum gefährlichen Unterfangen macht.

Gerade die Durchquerung des ersten Priels bei Sahlenburg sollte mit größter Vorsicht erfolgen da hier eine starke Strömung herrscht“, warnt die Touristeninformation. Außerdem sei es wichtig, genau auf dem mit Pricken (Strauchbündeln) markierten Weg zu bleiben. „In oft geringer Entfernung von diesem vorgegebenen Weg lauern Schlickfelder, tiefe Priele mit hohen Abbruchkanten sowie Muschelbänke.“

Die Strecke zwischen Cuxhaven und Neuwerk führt durch Watt und flaches Wasser. Symbolfoto: Alrouk/Pixabay

Wer, wie das Ehepaar, von der Insel aus zurück zum Festland reiten will, sollte spätestens eine Stunde vor Ende des Niedrigwassers starten. Die Seite warnt ausdrücklich davor, später oder abseits der Wege zu reiten, dann drohe Lebensgefahr. Denn wenn die Priele beginnen, sich zu füllen, wird die Strömung schnell stärker und das Wasser steigt. Auch bei schlechtem Wetter oder Sprungtide (kürzere Tide) sei ein Ritt zu gefährlich.

Für den Notfall gibt es laut Touristeninformation auch Übernachtungsmöglichkeiten auf der Insel.

Text: Lena Reichmann

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