Reitsport goes digital: FN startet Trainingstool „LevelUp“

Reitsport goes digital: FN startet Trainingstool „LevelUp“

Fit für die Turniersaison? Auf einer neuen Online-Plattform sollen Richter und Trainer Reitern diese Frage beantworten.

Die Idee, Reitturniere in der Corona-Krise ins Internet zu verlagern, löste viel Kritik aus. Vor allem von offizieller Seite wurden Mängel im Tierschutz angeprangert. Das Konzept, auf dem heimischen Platz eine Dressuraufgabe oder einen Parcours zu reiten und ein Video davon zur Benotung auf einer Onlineplattform hochzuladen, sieht nämlich keinerlei Pferdekontrollen vor. Die FEI drohte Richtern, die bei solchen Formaten mitmachen wollten, deshalb sogar an, sie zu sperren.

Nun hat die FN einen anderen Ansatz präsentiert: „LevelUp“ heißt die Plattform, auf der Reiter Trainingsvideos hochladen und bewerten lassen können. Das System, bei dem es nicht um Platzierungen und Ranglistenpunkte, sondern um persönlichen Fortschritt geht, kommt gut an. „Eine super Sache. Ich stehe voll dahinter“, lobt FN-Ausbildungsbotschafter Christoph Hess. „Die Zeit ist reif, Neues zu wagen“, ergänzt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.

Reiter können sich seit wenigen Tagen online bei „LevelUp“ registrieren, eine Aufgabe auswählen und dann ihr Video hochladen. Danach wählen sie aus, ob sie eine Bewertung durch einen Richter (Kosten: 8 bis 12 Euro) oder ein ausführliches Feedback von einem Trainer ihrer Wahl (15 bis 50 Euro) dazu haben möchten. Zurzeit ist es nur möglich, ganze Aufgaben einzureichen. Schon bald, so die FN, sollen Reiter aber auch Feedback zu Trainingsausschnitten bekommen können.

Die Webseite soll den Reitlehrer nicht ersetzen

Bei der Entwicklung der Plattform hat die FN auf erfahrene Partner gesetzt: Mit im Boot sind ClipMyHorse.TV, die Softwareexperten von Black Horse One, den Köpfen hinter der Spectator Judging App, und SAP. „Wir haben festgestellt, dass ClipMyHorse.TV und Black Horse One in Verbindung mit SAP ähnliche Ideen hatten. Daher konnten wir ‚LevelUp‘ in Rekordzeit auf die Beine stellen“, sagt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.

Genauso schnell haben die ersten Reiter ihre Videos hochgeladen. Das Angebot scheint also anzukommen. Und auch die Liste der Richter und Trainer wird jeden Tag länger, teilt die FN zufrieden mit. Mit dabei sind schon jetzt viele bekannte Namen: Reitmeister Martin Plewa, der Turnierleiter der Bundeschampionate Markus Scharmann, der ehemalige Leiter der Landesreit- und Fahrschule am Landgestüt Redefin, Michael Thieme,…

Der eigene Reitlehrer soll dadurch aber auf keinen Fall ersetzt werden, betont Christoph Hess: „Online-Training kann niemals den Trainer vor Ort ersetzen. Der Reitlehrer ist ja immer auch so etwas wie ein Pädagoge oder Psychologe. Er holt die Reiter dort ab, wo sie stehen. Dieser Dialog fehlt natürlich.“

 

Text: Lena Reichmann/fn-press, Titelbild: Simon Leitsch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wenn Sie Cookies erlauben, dann helfen Sie uns den richtigen Inhalt für Sie zu finden und zu posten. Dies ermöglicht Ihnen insgesamt ein besseres Website-Erlebnis, auch mit direkt abspielbaren YouTube-Videos. Ebenso können wir über die Werbeeinblendungen die Website finanzieren. Näheres in der Datenschutzerklärung

Nur mit erlaubten Cookies sind alle Inhalte verfügbar, so z.B. integrierte YouTube Videos. 

Zum Ansehen bitte Cookies zulassen

Bitte hier klicken zum Ändern der Cookie-Einstellungen.