Schwimmen mit Pferden: Das müssen Reiter vorher wissen

Schwimmen mit Pferden: Das müssen Reiter vorher wissen

Mit dem Pferd schwimmen gehen, davon träumen viele Reiter. Dazu muss aber einiges beachtet werden. Mit diesen Tipps klappt der Badeausflug.

Wer in den vergangenen Tagen in de sozialen Medien aktiv war und viele Reiterfreunde in seinen Kontakten hat, kam nicht darum herum: Bei den heißen Temperaturen suchten viele Pferdefreunde mit ihren Tieren Abkühlung im natürlichen Nass und posteten dazu zahlreiche Fotos. Aber können Pferde eigentlich schwimmen? Worauf müssen Reiter dabei achten? Und wo dürfen Pferde überhaupt unbeschwert planschen?

Müssen Pferde schwimmen lernen?

Anders als Menschen können Pferde von Geburt an schwimmen, wie Wissenschaftler versichern. Sie müssen die Bewegungen nicht erst lernen, sondern werden quasi mit „Seepferdchen“ geboren. Beim Schwimmen führen sie die gleiche diagonale Fußfolge aus wie im Trab. Sie tauchen dazu bis zum Kinn ins Wasser und halten Ohren, Nüstern und Maul stets über der Oberfläche. Das dient nicht nur der Orientierung: Weil Pferde nicht erbrechen können, ist die Erstickungsgefahr groß, wenn Wasser in Maul und Nase gelangt. Wie beim Menschen auch ist es außerdem sehr unangenehm für die Tiere, wenn sie Wasser in die Ohren bekommen. Das kann zu Gleichgewichtsstörungen führen.

Auch wenn es auf vielen Bildern so aussieht: Ein schwimmendes Pferd sollte man, gerade bei den ersten Versuchen, nicht unbedingt reiten. Das würde die Tiere irritieren. Bei der Schwimmbewegung können sie zudem nicht genau darauf achten, ihren Menschen nicht mit Huf oder Bein zu treffen. Deshalb ist Vorsicht geboten. Reitern wird empfohlen, seitlich neben ihrem Vierbeiner zu schwimmen und sich dabei an der Mähne oder einem Halsring festzuhalten. Mit Zügelhilfen kann das Pferd bei Bedarf in die richtige Richtung gesteuert werden. Dabei darf man das Tier aber auf keinen Fall stören.

Was tun bei wasserscheuen Pferden?

Übrigens mögen nicht alle Pferde Wasser. Viele kennen es, dass ihr vierbeiniger Partner zum Beispiel partout nicht in eine Pfütze treten möchte. Woher diese Wasserscheu kommt, ist bis heute nicht ganz klar. Scheinbar sind aber Pferde aus eher regenarmen Regionen häufiger vom feuchten Nass abgeneigt. Wer trotzdem mit einem wasserscheuen Kandidaten planschen möchte, sollte viel Geduld und idealerweise ein erfahrenes Begleitpferd mitbringen.

Baden in Seen ist für Menschen meistens verboten. Gleiches gilt leider auch für Pferde. Deshalb häufen sich auch jedes Jahr die Forenbeiträge zu den besten Badeplätzen. Bei allen Geheimtipps sollte stets auf geltendes Recht geachtet werden. Einige Ställe haben Zugang zu einem See. Wer sein Pferd nicht in dem Stall eingestellt hat, sollte vorher die Betreiber um Erlaubnis bitten, die Wasserstelle nutzen zu dürfen. In allen anderen Fällen sollten Reiter sich vorher genau informieren, ob Pferde im Wasser erwünscht sind – im Zweifel also bei der Stadt anrufen und gezielt nachfragen.

Es muss nicht immer gleich die Schwimmeinheit sein. Kennen Pferde Ausflüge ins Nass nicht, sollte langsam begonnen werden. Und mal ehrlich: Ein Galopp am Strand ist doch der Traum vieler Reiter. Foto: Pixabay
Was macht eine gute Badestelle aus?

Nicht jeder See eignet sich zum Schwimmen mit Pferden: Wichtig ist ein flach abfallender Uferbereich. Trifft das Pferd auf eine steile Kante und steht plötzlich bis zum Hals im Wasser, kann es Panik bekommen. Auch ungeeignet sind sumpfige Untergründe, in denen die Tiere mit den Hufen versinken können. Im Zweifel sollten Reiter die Badestelle vor dem Ausflug alleine besuchen und sich alles genau ansehen.

Text: Lena Reichmann

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