Teilnehmer für Studie über Schlafstörungen bei Pferden gesucht

Teilnehmer für Studie über Schlafstörungen bei Pferden gesucht

Pferde schlafen weniger als Menschen und dösen viel. Aber kennen sie auch Schlafstörungen? Eine Forscherin will das herausfinden.

Wissen Sie, wie viel Ihr Pferd am Tag schläft? Und hatte es schon einmal Schlafstörungen? Da die meisten Pferdebesitzer ihren Vierbeiner nicht den ganzen Tag (und die ganze Nacht) über beobachten können, werden sie diese Fragen wohl nicht beantworten können. Auch, ob ihr Liebling bei Stress schlechter schlafen kann, werden vermutlich nur die wenigsten wissen.

Christina Mittermaier von der tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) in München will deshalb mehr über das Schlafverhalten von Pferden herausfinden. Sie schreibt eine Doktorarbeit darüber, wie sich ein Stallwechsel auf den Pferdeschlaf auswirkt. Aktuell sucht die Doktorandin Freiwillige, die gerne an ihrer Studie teilnehmen möchten. Einzige Voraussetzung: Der Stall wurde entweder kürzlich gewechselt oder das Umstallen steht kurz bevor.

Besitzer sollen Fragebogen ausfüllen

Im ersten Teil der Studie sucht Mittermaier Pferdebesitzer, die zwei Fragebögen ausfüllen. Den ersten Bogen hat sie bereits ins Netz gestellt. Die Teilnehmer müssen dort Fragen zum Alter, der Gesundheit und den Lebensgewohnheiten ihres Pferdes beantworten und den Alltag am bisherigen Stall beschreiben. Einen weiteren Bogen erhalten sie dann drei Monate nach dem Umstallen.

Für den zweiten, praktischen Teil ihrer Forschungen plant die Wissenschaftlerin Schlafmessungen am Pferd während der Zeit des Stallwechsels.

Im Stehen und im Liegen: Wie Pferde schlafen

Aber was ist eigentlich über den Pferdeschlaf bekannt? Claudia Fader hat sich vor einigen Jahren damit befasst und ihre Dissertation zu dem Thema verfasst: Da Pferde Fluchttiere sind, können sie, anders als Menschen, nicht für mehrere Stunden komplett abschalten und in den Tiefschlaf fallen – zu groß wäre die Gefahr, Opfer eines Raubtiers zu werden. 75 Prozent des Tages (also 18 Stunden) sind sie daher wach. Weitere drei Stunden dösen sie im Halbschlaf – meist im Stehen – vor sich hin. Dabei entspannen sie einen Großteil ihrer Muskeln und bekommen dadurch Erholung. Den Rest der Zeit fallen sie in den Tief- und später in den REM-Schlaf.

Beim Tiefschlaf (auch Slow-Wave-Sleep, kurz SWS, genannt) sinken Herz- und Atemfrequenz sowie Hirnaktivität. In der Regel liegen Pferde dabei in Brustlage, sie können aber auch im Stehen die Tiefschlafphase erreichen. Komplett schalten sie dabei aber nie ab, sondern bleiben immer in Reaktionsbereitschaft.

Anders ist das im REM-Schlaf (kurz für Rapid Eye Movement). Diese Schlafphase erreichen Pferde nur, wenn sie auf der Seite liegen. Dann sinken Herz- und Atemfrequenz noch weiter als im Tiefschlaf, das Gehirn hingegen wird sehr aktiv – die Tiere träumen. Zu erkennen ist das zum Beispiel an zuckenden Augenlidern. Die REM-Schlafphase ist extrem wichtig für die Erholung der Muskeln.

Fohlen und Senioren haben spezielle Bedürfnisse

Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass Fohlen deutlich mehr Schlaf benötigen als erwachsene Pferde. Sie schlafen den ganzen Tag über immer wieder für kurze Zeit. Stutfohlen liegen dabei übrigens häufiger in Seitenlage als Hengste.

Ältere Pferde hingegen legen sich oft nur ungern hin, weil sie Probleme mit dem Aufstehen haben. Bei ihnen müssen Besitzer auf einen weichen, aber rutschfesten Untergrund achten. Außerdem benötigen Senioren meist etwas mehr Platz.

Text: Lena Reichmann

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