Tödlicher Unfall: Rennverein wehrt sich gegen Tierquälerei-Vorwurf

Tödlicher Unfall: Rennverein wehrt sich gegen Tierquälerei-Vorwurf

Die Tierschutzorganisation Peta wirft dem Mannheimer Rennverein Tierquälerei vor. Hengst Radnaan war nach einem Unfall gestorben.

Der dreijährige Hengst Radmaan ging als heißer Favorit ins zweite Rennen des Badenia-Renntages auf der Mannheimer Galopprennbahn am 28. April. Dass sich während des Rennens ein schlimmer Unfall ereignen und er das Ziel nicht mehr lebend erreichen würde, konnte niemand ahnen. Die Tierschutzorganisation Peta macht den Veranstaltern nun schwere Vorwürfe, die Rede ist von „Tierquälerei“. Eine Anschuldigung, gegen die sich der Rennverein nun öffentlich wehrt.

Was war passiert? Direkt nach dem Start brach dem Reiter von Radmaans Konkurrenten Sansa Stark der Steigbügel und er stürzte. Der reiterlose Pferd galoppierte daraufhin zunächst mit den anderen mit. Plötzlich drängte es den an der Spitze galoppierenden Radmaan jedoch nach innen ab. Der Hengst kollidierte mit der Rennbahnbegrenzung und verletzte sich so schwer, dass er eingeschläfert werden musste. Sein Reiter Lukas Delozier stürzte dabei und wurde wegen Verdachts auf Rippenbrüche behandelt.

Anzeige gegen Veranstalter, Pferdebesitzer und Reiter

Peta erstattete nach dem Vorfall Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen den Rennveranstalter German Racing sowie gegen Besitzer und Reiter des Pferdes. Das geht aus einer Pressemitteilung der Tierschützer vom 30. April hervor. Der Präsident des Mannheimer Rennvereins, Stephan Buchner, betonte gegenüber Mannheim24, dass die Veranstalter sehr auf die Sicherheit der Pferde bedacht wären und wies den Vorwurf der Tierquälerei entschieden zurück.

German Racing drückte im Rahmen der Berichterstattung über den Renntag ebenfalls Bedauern über den Tod des jungen Pferdes aus: „Das ist für uns alle eine tragische Angelegenheit, die es einem schwer macht, zur Tagesordnung überzugehen“, schrieb der Rennveranstalter noch am selben Abend bei Facebook. Ebenfalls über Facebook bekundeten Trainer, Besitzer, Reiter und Freunde des Sports der Besitzergemeinschaft des Stalls Wöhler, Darius Racing, ihr Beileid.

Am 2. Mai veröffentlichte der Rennverein außerdem eine ausführliche Stellungnahme zu den Ereignissen auf Facebook: „Wir alle bedauern den Verlust dieses hoffnungsvollen jungen Pferdes. Es ist aber im hohen Maße ungewöhnlich, dass ein reiterloses Pferd versucht, ein anderes Pferd abzudrängen“, heißt es dort unter anderem.

Man könne verstehen, dass Menschen den Rennsport ablehnen, heißt es weiter, die Vorwürfe, die „eine hochfragwürdige und rein kommerziell ausgerichtete vermeintliche Tierschutzorganisation“ mache, könne man jedoch nicht nachvollziehen. Der Rennverein zeigt sich in seiner Stellungnahme offen für Verbesserungsvorschläge: Interessierte „laden wir sie gerne ein, einen Rennstall oder ein Gestüt zu besuchen und sich die Haltungsbedingungen der Pferde anzusehen“.

Weitere Todesfälle in Mannheim

Doch es nicht der erste Todesfall auf der Rennbahn im Stadtteil Seckenheim: Im Juni 2016 starb Letro an einem Aortenabriss, im April 2017 brach North Germany tot zusammen. Auch 2019 forderte die Rennbahn weitere Opfer: Erst starb Hyper Hyper an einem Schulterbruch, nun Radmaan in Folge das Unfalls. In Mannheim werden Pferde für Geldpreise und aus Prestigegründen immer wieder in den Tod geritten”, so Jana Hoger, Fachreferentin bei Peta.

Letro brach während eines Rennens in Mannheim zusammen. Foto: Peta

Der Rennverein hält dem entgegen, dass Pferde auch in freier Wildbahn durch Unfälle zu Tode kämen. Die Zwischenfälle in diesem Jahr seien nicht durch Übermüdung oder weil die Tiere gehetzt worden seien passiert, es handele sich um Unfälle. Sich dadurch vom Rennsport abbringen zu lassen, sei keine Option. „Wir werden weiterhin Rennen veranstalten. Wir wollen nicht, dass unsere Kinder und Enkel Pferde nur noch aus Erzählungen kennen.“

Text: Lena Reichmann

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