Versicherungsstreit: Gericht stuft lahmes Pferd als wertlos ein

Versicherungsstreit: Gericht stuft lahmes Pferd als wertlos ein

Nach der Nottötung eines Pferdes wollte die Lebensversicherung nicht zahlen. Die Richter wiesen eine Klage dagegen zurück.

Wenn ein Pferd lahmt und nicht mehr geschlachtet werden darf, kann sein Versicherungswert auf Null sinken. Wenn das Tier dann eingeschläfert werden muss, greift eine Lebensversicherung nicht. Das entschied das Amtsgericht Frankfurt am Main am Mittwoch.

Das Gericht hatte sich mit dem Fall eines Pferdes befasst, das 2017 auf der Weide zusammengebrochen und daraufhin eingeschläfert worden war. Der Kläger hatte daraufhin eine Leistung der Lebensversicherung, die er für das Tier abgeschlossen hatte, von über 2500 Euro eingefordert. Er hatte behauptet, diese Summe entspreche dem Wert seines Pferdes.

Gericht: Pferd war vorher schon wertlos

Die Versicherung sah das anders. Zwar war das Pferd 2003 zum Kaufpreis von 7500 Euro an den Kläger verkauft worden, danach war das Tier aber an Arthrose erkrankt. Es lahmte, war nicht mehr reitbar und musste Medikamente einnehmen, sodass es nicht als Schlachttier infrage kam.

Weil eine der Vertragsbedingungen der Lebensversicherung lautete, „die Versicherungssumme soll dem Wert des Tieres entsprechen“, entschied das Gericht zugunsten der Versicherung. Die Richter gaben an, das Pferd habe schon vor dem Zusammenbruch keinen Versicherungswert mehr gehabt. Dass der Vertrag den Kläger benachteilige, sahen sie nicht. Schließlich nehme nicht jedes Pferd vor einer Nottötung ein Medikament ein.

Quelle: Amtsgericht Frankfurt am Main / Text: Lena Reichmann

Titelbild: Gerd Altmann

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