Weniger Reiter: Die FN sucht nach Gründen

Weniger Reiter: Die FN sucht nach Gründen

Die Zahl der Pferdesportler in Vereinen ist 2019 gesunken, der Frauenanteil gestiegen. FN bittet um Hilfe bei der Suche nach Lösungen.

Die Zahl der Pferdesportler ist in laufenden Jahr gesunken. Das geht aus einer Statistik hervor, die die Deutsche Reiterliche Vereinigung jetzt veröffentlicht hat. Insgesamt sind demnach derzeit 682.380 Mitglieder (2018: 686.691) in den rund 7400 deutschen Reit- und Fahrvereinen organisiert. Damit gehört die FN weiterhin zu den acht größten Sportverbänden unter dem Dach des DOSB.

Den größten Landesverband im Pferdesport bildet mit 98.523 Mitgliedern Baden Württemberg. Wie bereits in den vorangegangenen Jahren registrierten vor allem die großen Verbände Mitgliederrückgänge, zum Beispiel Westfalen (-0,9 Prozent) und Hannover (-1,66). Auch Bayern, das sich 2018 noch über neue Mitglieder freuen durfte, verzeichnet nun ein Minus von 0,48 Prozent.

Kleine Bundesländer trotz dem Trend

Während 2017 und 2018 fast alle neuen Bundesländer neue Mitglieder begrüßen konnten, kann sich in diesem Jahr lediglich Thüringen über ein Plus von 3,61 Prozent freuen. In Berlin-Brandenburg steht unter dem Strich ein Minus von 2,71 Prozent. Ebenso zweigeteilt sieht es im Norden und Nordwesten aus. Während die kleinsten Bundesländer, Hamburg und Bremen, Zuwächse verzeichnen, sind in Schleswig-Holstein und in der Region Weser-Ems weniger Pferdesportler als im Vorjahr in Vereinen organisiert. Erstmals seit 2015 über Zuwachs freuen kann sich der saarländische Pferdesport.

Besonders für die kleinen Verbände ist es wichtig, dass sie nicht weiter an Mitgliedern verlieren. Die Zuwächse von Bremen und Hamburg zeigen, dass der Pferdesport auch in den Großstädten ein attraktives Hobby ist“, kommentiert FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach die Zahlen.

Auf der Seite der FN kann die gesamte Statistik als PDF heruntergeladen werden.

Im Süden reiten mehr Jungen unter 14

Aus denen geht ein weiterer Trend hervor: Der Frauenanteil beim Reiten ist erneut größer geworden. So steigt die Zahl der über 26-jährigen Frauen in den Vereinen um 1.627 Personen auf 244.567. Weiterhin rückläufig ist dagegen die Zahl der männlichen Mitglieder in allen Altersklassen. Gegen den Trend verhält es sich nur in Baden-Württemberg. Hier ist der Zuwachs vor allem einem Plus an Männern zu verdanken. Deren Zahl stieg von 24.397 auf 25.115, die Hälfte der Neuzugänge sind jünger als 14. Gleichzeitig ging die Zahl der Frauen von 74.081 auf 73.408 zurück.

Männersache: Die Serie über männliche Pferdesportler von Pferde-Reich

Folge 1: Voltigierer Loris

Folge 2: Schulreiter Luca

Die FN benennt demografischen Wandel und die Digitalisierung als zwei mögliche Ursachen von vielen für die rückläufigen Zahlen im Pferde(turnier)sport. Im Rahmen des Projekts „Turniersport 2024“ setzt der Verband sich mit der Frage auseinander, wie Turniere in Zukunft attraktiver gestaltet werden können.

FN befragt Ausbilder und Veranstalter

Dabei wurde unter anderem deutlich, dass der Person des Trainers im deutschen Turniersportsystem zu wenig Beachtung geschenkt wird. Deshalb lädt die FN alle Ausbilder ein, an einer Umfrage, die gemeinsam mit dem Horsefuturepanel (HFP) durchgeführt wird, Fragen zu ihrer Tätigkeit, ihrem Klientel und zu ihrer Meinung über die aktuelle Situation im Turniersport zu beantworten.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgte der Verband mit dem Forum „Das Turnier der Zukunft“, das im November in Warendorf stattfand. Dabei diskutierten rund 250 Teilnehmer, vorwiegend Veranstalter traditioneller Vereinsturniere, über die aktuellen Entwicklungen im Turniersport und den Trend zum Start im benachbarten Ausland. „Das Thema scheint vielen unter den Nägeln zu brennen, denn die Ansprüche der Aktiven am die Turnierveranstalter werden immer größer“, sagte FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau. Fazit der Veranstaltung war, dass es nicht „das“ eine Turnier für alle geben muss, sondern verschiedene Ansätze, damit alle Reiter, egal ob Profi oder Amateur, ihre persönliche Nische wiederfinden.

Text: Lena Reichmann/ fn press, Titelbild: SeppH von Pixabay

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