Westnilvirus breitet sich bei Pferden in Ostdeutschland aus

Westnilvirus breitet sich in Ostdeutschland aus

Mücken haben die Krankheit nach Deutschland gebracht. Neben Vögeln und Pferden ist erstmals ein Mensch betroffen.

Erst waren Vögel betroffen, dann Pferde, jetzt ist ein Mensch erkrankt: Das West-Nil-Virus breitet sich in Ostdeutschland aus. Wie das Friedrich-Löffler-Institut berichtet, zeigten von Juni bis September fünf Pferde in Sachsen und Sachsen-Anhalt Symptome der durch Mücken übertragenen Infektionskrankheit. Im gleichen Zeitraum konnte das Virus bei 37 Vögeln nachgewiesen werden. Ende September meldete das Robert-Koch-Institut schließlich die erste Infektion eines Menschen. Ein Mann war in einem Leipziger Krankenhaus wegen einer durch das Virus ausgelösten Hirnhautentzündung behandelt worden.

Damit hat sich die Befürchtung der Wissenschaftler bestätigt. Nachdem das Virus im vergangenen Sommer erstmals in Deutschland nachgewiesen worden war, scheint es nicht nur hier überwintert zu haben, sondern breitet sich weiter aus. Die zuständigen Landwirtschaftsministerien empfehlen Pferdehaltern in betroffenen Regionen deshalb, ihre Tiere impfen zu lassen. Wie nun bekannt wurde, ist inzwischen auch ein Pferd in Thüringen erkrankt – der erste Fall in dem Bundesland.

Hier geht's zum Hintergrundartikel über das Virus.

Die Ausbreitung der tropischen Krankheit beschäftigt aber nicht nur Labore und Tierärzte. Die Nationale Forschungsplattform für Zoonosen, also Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können, befasst sich ab Mittwoch, 16. Oktober 2019, im Rahmen des jährlichen Symposiums auch mit dem West-Nil Virus. Dafür kommen rund 800 Experten in Berlin zusammen und tauschen sich aus.

Text: Lena Reichmann

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